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Er ist ein Meister des mimischen Minimalismus. Und er ist ein thematischer Grenzgänger, bei dem man sich immer fragt: „Darf der das?“ Er macht es – und der Erfolg gibt Gerd Dudenhöffer, alias Heinz Becker Recht.

Auch bei seinem dritten Auftritt in der KuSch war diese ausverkauft. „Déjà-vu“ (zu Deutsch: schon gesehen) heißt das aktuelle Best-Of-Programm des Saarländers, mit dem dieser noch bis 2019 auf deutschen Bühnen unterwegs sein wird.

Darin spielt der 68-Jährige, der einst als „Sidekick“ von Jürgen von der Lippe in seiner Show „So isses“ Berühmtheit erlangte, Ausschnitte aus den vergangenen 30 Jahren seines Bühnenschaffens. Und sie tauchen alle auf, die liebgewordenen Figuren aus drei Jahrzehnten: Hilde und Stefan, Lisbeth, Waltraud und natürlich der Meier Kurt.

Dudenhöffer lässt den Becker Heinz Kommentare zum Alltäglichen abgeben, einfache Weisheiten, die sich zu manch absonderlicher Sicht der Dinge verselbstständigen. Stoisch, gnadenlos und grenzüberschreitend: Der Mann mit Karo-Hemd, Hosenträger und Batschkapp, der während der gesamten 100 Minuten des Programms keine Miene verzieht, ist natürlich eine Kunstfigur. Eine, die gewissermaßen im Zentrum eines Solo-Theaterstücks steht und dabei Dinge von sich gibt, die noch nicht einmal am niederbayerischen Stammtisch en vogue wären.

Da muss ab und an auch das Publikum den Atem anhalten. Schwule („dass die mit einem Schlüppche am Revers markiert sind, find ich gut“), Zuwanderer („Mir ist völlig egal, ob der Abitur hat, wenn er bei mir einbricht“) oder Gutmenschen (Des Zigeunerschnitzel heißt jetzt Schweineschnitzel mit Migrationspanade“) sind ihm fremd. Aber auch Alltägliches seziert Dudenhöffer genüsslich. Harte Butter und weiches Mischbrot: „Diese beiden Elemente passen überhaupt nicht zusammen und das regt mich uff.“

Und irgendwo zwischen den alten Römern, dem 2. Weltkrieg und dem Wembleytor hat der Becker Heinz dann seine ganz eigene Sicht aufs Weltgeschehen gefunden: „So ist das Leben, fängt mit der Geburt an und hört mit dem Tod auf, dazwischen musst du halt gucken!“

Sprach’s und spielte eine richtig starke Zugabe-Nummer, in der er zwischen Kalbsgulasch, Adolf Hitler und den Nachteilen des Blumenkohls hin- und hersprang, um festzustellen, dass auch elf Gläser Schnaps das Verdauungsproblem nicht lösen…

(Fotos: Gert Fabritius

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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