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Nun ist sie Geschichte – die Spielzeit der Kabarettbundesliga 2017/2018 in der KuSch. Zum Abschluss setzte sich die mögliche Gesamtdritte „Murzarella“ in einem Nachholspiel mit 6,19:3,81 gegen Lennart Schilgen durch.

Spielleiter Theo Vagedes machte es am Mittwochabend kurz und überließ ohne große Umschweife den beiden Kontrahenten, der Bauchsängerin Murzarella und dem singenden, Piano- und Gitarre spielenden Verseschmied Lennart Schilgen, die Bühne.

Eigentlich war das Duell im Februar angesetzt gewesen, doch weil Sabine Murza alias „Murzarella“ krank war, musste der Termin verlegt werden. Und das Warten lohnte sich, denn es wurde einer der besten Abende dieser Saison.

Sabine Murza ist seit einigen Jahren als Sängerin, Schauspielerin und Sprecherin unterwegs, doch erst seit gut 20 Monaten hat das Energiebündel ihre Fähigkeiten als Bauchsängerin entdeckt. Und so tobt sich die Stimmakrobatin Abende für Abend in allen Genres aus – von Oper über Schlager und Jazz bis Heavy Metal.

Unterstützung bzw. eigentlich eher massiven Gegenwind bekommt sie vom vorwitzig verrückten Kakadu Dudu, der zu höherem berufenen Managerin und Möchtegern-Operndiva Adelheid sowie der Kanalratte Kalle, die ihren Migrationshintergrund Ruhrgebiet genüsslich zelebriert.

Und so wechseln sich im herrlich chaotischen Miteinander Heavy-Metal-Songs á la „Highway to hell“ und Schlager-Ausflüge zu Helene Fischer mit betont seriösen Opern-Arien ab, wobei die Puppen nur selten das tun, was Sabine Murza von ihnen erwartet. Man war schnell begeistert von dem, was die unglaublich vielseitige Profisängerin aus ihrem Bauch zauberte, wobei die Kunst, Worte ohne Bewegung des Mundes zu sprechen und eben auch zu singen, nichts mit dem Bauch zu tun hat.

Das störrisch freche Eigenleben der Puppen um Besserwisser Dudu, Proll-Ratte Kalle und die Diva Adelheid war mehr als unterhaltsam. Auch wenn ihre Puppen nichts ausließen, um „Murzarella“ in peinliche Situationen zu bringen, ließ sie sich dennoch auf Duette mit ihnen ein und spätestens bei „My Way“ wurde deutlich, warum sie ein heißer Kandidat auf den Bronzerang der KBL-Saison ist.

Ihr Gegner/Partner an diesem Abend war Lennart Schilgen, einer der Köpfe der Band „Tonträger“, die im Herbst zwei Schlumpewecks in der KuSch gewonnen hatte. Wortgewandt, witzig und hintersinnig – der Berliner nahm die Besucher am Piano oder mit Akustikgitarre gefangen.

Bei ihm sind die Grenzen zwischen tragisch und komisch, zwischen schön und schräg fließend. Mit einer herrlichen Reinhard-Mey-Adaption, als Shouter in einer Blackmetal-Band und als Draufgänger und Dran-Vorbei-Schleicher erweist sich Schilgen als Liedermacher und Musikkabarettist der neuen Generation, der mit „Ich hab‘ was in der Hand“ eine nahezu hymnische Zeitreise verfasst hat.

Am Ende reichte es zwar für ihn nicht zum Sieg, aber zur Gewissheit, zu einem wirklich kurzweiligen Abend seinen Teil beigetragen zu haben.

(Fotos: Wallauer-infopress4u und Andreas Rühl)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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