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„Zoophobia – Eine artistische Fabel“: Unter dieses Motto haben die zehn jungen Artisten der Staatlichen Artistenschule Berlin ihre Absolventenshow in der vollbesetzten Herborner „KulturScheune“ gestellt.

Artisten unter der Zirkuskuppel haben schon in der Kindheit die Sehnsucht geweckt, es ihnen gleich zu tun, sich mit schwereloser Eleganz der Schwerkraft zu entziehen. Die Freude an der Artistik ist auch als Erwachsener nicht erlahmt. Und so war es nicht verwunderlich, dass auch die fünfte Show des Artistennachwuchses die „KulturScheune“ zum Bersten gefüllt hat.

Zwischen der Show mit fabelhafter Artistik tummeln sich Zootiere. Oder sind es etwa entlaufene Zirkustiere? Angeführt von einem Frosch da stand wohl Kermit aus der „Muppet Show“ Pate verwandeln sich die Menschen in Tiere, die im Verlauf des Abends immer selbstbewusster, frecher und graziler werden. Papagei, Zebra, Nilpferd, Ente, Giraffe, Lemur und Gepard sie alle führen ein zu Rock, Pop, Soul und Klassik choreographiertes Affen- oder besser Menschentheater auf.

Der Mensch als Krone der Schöpfung? Ist der homo circensis vielleicht doch nur ein nackter Affe? Auf der Suche nach der eigenen Identität tun es die Artisten den Tieren gleich, die sich grazil und anmutig in die Lüfte erheben. „Zoophobia“ verbindet so neben eleganter und kraftvoller Artistik die Phobien der Menschen, die sich vor Veränderung und dem Fremden fürchten.

Fabelhaft war die Kunst, die die Absolventen der Artistenschule ablieferten. Ins rechte Licht gerückt von Fabio Nells Lightshow zeigte Marla am Luftring, wie man mit Balance, Dynamik und Beweglichkeit der Schwerkraft trotzt. Dass alles nicht so leicht ist, wie es scheint, sondern höchste Konzentration erfordert, musste Niklas am Vertikalseil erfahren, der für einen kurzen Schreckmoment sorgte, er als er vom Seil abrutschte und unsanft zu Boden fiel. Dennoch setzte er seine manchmal schwindlig machende Show fort. Chapeau!

Absolute Körperbeherrschung zeichnete alle Artisten aus. Paulin erwies sich als fliegender Wirbelwind auf dem Doppelschwungseil, und Leonie drehte im Cyr Wheel – ähnlich dem Rhönrad – ihre tänzerischen Elemente so leicht und geschwind, dass einem schier der Atem stockte. Dennis zeigte, wie man die artistische Kunst des Balancierens Äquilibristik genannt mit Humor garnierte und so beim Publikum für gute Laune sorgte. Sophia demonstrierte am Mast, wie man mit weichen Bewegungen den Wechsel von Kraft und Spannung vollzieht, während Lisa in der Schlaufe mit rasanten Abfallern, geschmückt mit Spagaten, die Zuschauer in Atem hielt.

Mit Tokes tänzerischen Bewegungen auf dem Cyr Wheel und Andreas’ Tanztrapeznummer wurde die Artistikrevue abgerundet.

Der verdiente Schlussapplaus schien nicht enden zu wollen, lieferten die Youngsters in Herborn doch, wie schon in den Jahren zuvor, eine tolle Show ab.
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Helmut Blecher

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Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.
 

 

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