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Dunkles Licht, einsetzende Live-Musik und ein Mann mit Zylinder im leuchtend-roten Jacket: Der Einstiegs-Song der neuen „KuSch Company“ in ihren ersten Live-Auftritt war bewusst genauso gewählt.

Mit dem Titelsong des Musical-Films „The Greatest Showman“ startete die Formation in das Programm, dessen Titel „From now on“ ebenfalls dem Showmann-Film entliehen war.

Und als solcher war natürlich niemand anderes als Nicolai Benner zu erleben, musikalisches Mastermind und Leiter der Gruppe, der im Laufe des gut zweistündigen Programms über 40 Sängerinnen und Sänger sowie neun Musiker durch die Geschichte der bekanntesten und besten Musicals dirigierte.

Benner, seit Jahren in Mainz zuhause, dort sowie deutschlandweit in diversen Musical-Produktionen aktiv, hatte einen Großteil der einzelnen Stücke selbst arrangiert und mit seinem Ensemble ein Jahr lang auf die beiden Abende in der KuSch hingearbeitet. Unterstützt wurde er von Lisa Ebertz und Martina Hofmann, die neben ihrem Part als aktive Sängerinnen auch in der Leitung der Gruppe sowie in den Bereichen Einzelproben und Regie gefragt waren.

Die Ergebnisse dieser intensiven Probenarbeit: Gänsehaut-Momente und am Ende stehende Ovationen, so dass sowohl Nicolai Benner als auch Jörg Michael Simmer, Chef der Kulturscheune, übereinstimmend feststellen konnten: „Die Company zu gründen war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten!“

Und das zeigte sich im Laufe der beiden Abende in der ausverkauften KuSch. Nach dem Auftakt mit dem „Greatest Showman“ folgte eine Reise durch das Musical-Universum, wobei sich Nicolai Benner zum Glück nicht auf bloße Greatest Hits beschränkte, sondern Nummern ausgewählt hatte, die so nicht immer auf der Bühne zu hören sind.

„Wir entfachen Magie“ aus dem 70er-Jahre-Musical „Pippin“ hätte ebenfalls ein Leitmotiv des Abends sein können, was durch die Company nicht nur durch den Einsatz artistischer Elemente unterstrichen wurde.

Ihre Stimmgewalt zeigte die Chor-Formation dann in „Seize the day“ aus dem Musical „Newsies“, das das Publikum ins New York der Jahrhundertwende versetzte. Im Big Apple, genauer gesagt in einem Friseursalon, sind Klatsch und Tratsch angesagt. Hier ist das Musical „In The Heights“ angesiedelt, aus dem „No me diga“ erklang.

Ins Amerika der 60-er Jahre ging es dann mit „Good Morning Baltimore“ aus dem Musical „Hairspray“ und „Live in Living Color“ aus „Catch me if you can!“ Einen der stimmungsvollsten und gefühlvollsten Auftritte des Abends legten Lisa Ebertz und Miriam Peuser in „Irland“ aus „Natürlich blond“ hin, ehe im Anschluss bei „Donkey Pot Pie“ aus „Shrek“ der grüne Oger und sein ihn begleitender Esel plötzlich auf einen Drachen trafen...

Von emotionalen Up-Tempo-Nummern über energiegeladene Rock-Medleys bis zu anrührenden Balladen war danach für jeden Geschmack etwas dabei. „It roars“ aus dem Musical „Mean Girls“ zeigte beispielsweise, wie schwierig es für die in der afrikanischen Savanne aufgewachsene Cady Heron ist, sich in ihrer neuen Heimat Ilinois und vor allem an einer richtigen Schule zurechtzufinden.

Ein Medley aus „Rock of Ages“ sowie das äußerst anrührende Duett zwischen Sophie Held und Joana Buhlmann („Wie ich bin“) aus „Wicked – Die Hexen von Oz“ machte deutlich, dass wahre Freundschaft alle Hürden überwinden kann. Ein erneuter Abstecher zu „Hairspray“ mit „ You can’t stop the beat“leitete dann zum zweiten Teil des Programms über, der nach der Pause mit dem „Epilog“ aus dem 1980 uraufgeführten Erfolgs-Musical „Les Miserables“ eindrucksvoll startete.

Nach einem Ausflug zu „Nur ein Tag“ aus „Wicked“ und dem durch Phil Collins zum Pophit gewordenen „Dir gehört mein Herz“ aus „Tarzan“ folgte Disneys „Die Eiskönigin“. Der Film kam 2013 in die Kinos, das Musical feierte 2017 Premiere und wird seitdem nonstop am Broadway gespielt. Zu hören war „Love is an open door“, bei dem Nicolai Benner und Lisa Ebertz ihr Duett-Glück zelebrierten.

Einer der auch darstellerischen Höhepunkte des Ensembles folgte mit „Showleute“ aus „Curtains – Vorhang auf für Mord“. Dass das 2007 uraufgeführte Musicals Songs aus der Feder des erfolgreichen Songwriting-Duos John Kander und Fred Ebb beinhaltet, die bspw. auch für „Cabaret“ verantwortlich zeichneten, war dabei nicht zu überhören. Flower-Power hielt im Anschluss mit einem Medley aus dem Sechziger-Jahre-Musical „Hair“ Einzug, ehe es bei „Jemand wie du“ aus „Jekyll & Hyde“ eine Welt-Premiere zu erleben gab.

Das Stück ist im Original eigentlich gar kein Duett. Nicolai Benner hatte es kurzerhand zu einem gemacht und von Martina Hofmann und Janina Katzer perfekt umsetzen lassen. Dass mit Lisa und Pauline Ebertz zwei Schwestern „Mich zu lieben wie ich bin“ interpretierten, einem Song aus dem Musical „Side Show“ über das Leben der siamesischen Zwillingsschwestern Daisy und Violet Hilton, die in den 1930er-Jahren zu berühmten Bühnenkünstlerinnen wurden, machte deren Interpretation noch authentischer.

Was folgte? Der Moment des Abends! „Colored Woman“, ein Stück aus dem 2002 uraufgeführten Musical „Memphis“. Dieses erzählt die Geschichte von Huey Calhoun, einem der ersten weißen DJs, der in den 1950er-Jahren die sogenannte Black Music im Radio spielte und damit erfolgreich wurde. Auch der talentierten farbigen Sängerin Felicia will er zum Erfolg verhelfen, doch diese hat zu oft erleben müssen, dass es Frauen mit ihrer Hautfarbe nicht möglich ist, ihre Träume zu erfüllen. Von den Zweifeln der jungen Frau erzählt der Song, den Leonie Creuzberger so interpretierte, dass das Soulgefühl mit jedem Ton intensiver wurde und sich keiner der Besucher der Magie des Moments entziehen konnte.

Ein weiterer Sprung in Danielas Friseursalson von „In the heights“ mit dem Song „Lang dauert’s nicht mehr“ führte Company und Besucher auf die Zielgerade. Diese hielt dann nochmals zwei absolute Kracher bereit. In „Am Ende vom Tag“ aus „Les Misérables“, das auf Victor Hugos gleichnamigem Roman basiert und seit der Uraufführung 1980 weltweit große Erfolge feiert, konnten Chor und Solisten erneut zeigen, was in ihnen steckt. Und das ist – davon durften sich die Besucher überzeugen, eine ganze Menge. Umso symbolischer dann die Schlussnummer, denn „From now on“ soll es für die Company zu neuen Ufern weitergehen.

Dabei zeigten bereits jetzt auch die weiteren Solisten Kerstin Hauk, Moritz Benner, Nina Messerschmidt, Lina Schawalder, Andrea Wegricht, Marcel Navarro, Albert Follert, Florian Ax, Martina Strömmer, Susanne Schlabach, Sabine Rommerskirchen, Marion Schnaubelt, Paul Thomas, Sabine Franz, Lena-Katharina Grisar in kleineren und größeren Solo-Parts, wohin die Reise im geplanten Musical 2021 gehen kann.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die hervorragende Live-Band mit Benedikt Vogel (Drums), Dominik Bierbüsse (Bass), Ingo Hunz (Gitarre), Jan Brell und David Schlephorst (Keyboards), Johannes Hammar (Trompete), Johanna Eberling (Posaune), Moritz Benner (Horn) und Tatjana Sandhöfer (Reeds).

Während also für den Februar 2021 das erste komplette Musical der KuSch Company geplant ist, gilt es der Gruppe am 4. Juni die Daumen zu drücken. An diesem Tag laufen nicht nur Kurzporträts der Formation im Hessen-Fernsehen sowie im Radio. Man kann auch für die KuSch Company abstimmen, die in der Endrunde des HR4-Chorwettbewerbs steht. Sollte sie unter den besten Drei landen, dann geht es zum Finale auf den Hessentag nach Bad Hersfeld, wo am 15. Juni ab 18.30 Uhr die Entscheidung ansteht.

Die Gruppe ist selbstverständlich noch für weitere Mitwirkende offen. Musikinteressierte ab 16 Jahren können sich bei Nicolai Benner (Mail: info@Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ; Tel. 0176/44498147) melden.

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

 

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