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Es war die 13. Ausgabe des KuSch-Varietés. Und die Macher hatten nicht zu viel versprochen: Standing Ovations machten deutlich, dass das Programm 2020, wie immer nur für Herborn zusammengestellt, etwas Besonderes war.

Waghalsige Artisten, ein durchgeknallter Highspeed-Xylophonist und ein schlagfertig-liebenswürdiger Moderator – die Zutaten für „KuSch goes Varieté“ hätten kaum besser sein können. Dass es ein Absolut leckerer Bühnen-Cocktail wurde, daran waren die spannenden Künstler schuld, die Niels Weberling (alias „Herr Niels“) zusammen mit Jörg Michael Simmer von der Kulturscheune ausgewählt hatte.

Oscar Kaufmann beispielsweise. 2014 Absolvent der Artistenschule Berlin und seitdem auf den großen Bühnen dieser Welt unterwegs. Ob beim Cirque du Soleil oder wie im Herborner Fall gerade aus Australien kommend: Der Youngster hat mit seiner Strapaten-Nummer und dem noch relativ neuen Cyr Wheel jede Menge Höchstschwierigkeiten um Gepäck. Dank hoher Bühnenpräsenz und toller Choreografie sieht bei ihm jeder Trick nahezu mühelos aus.

Ein Eindruck, der im übrigen auch für die anderen Artistik-Acts zutrifft. Für Meike Silja, die hoch in der Luft, auf dem Trapez sitzend, liegend oder nur am Kinn an der Stange hängend, eine perfekt auf die Musik abgestimmte Symbiose zwischen Kraft und Zerbrechlichkeit liefert.

Der Schwerkraft ein Schnippchen schlägt auch Tobias Baesch, inzwischen in Bad Nauheim beheimateter Rola-Bola-Artist. Wie man sicher auf Rollen und Brettern, aber auch selbst konstruierten Holzwürfeln balanciert und dazu nicht nur – wie es traditionell üblich ist – die Füße nutzt, sondern perfekte Handstandartistik kombiniert, das ließ die Zuschauer in der dreimal ausverkauften KuSch staunen.

Und auch Sebastian Stamm scheint keine Grenzen zu kennen – oder hat er doch Magnete an den Füßen? Was der Artistenschulen-Absolvent des Jahres 2015 an, auf und mit dem Chinesischen Mast veranstaltet, das sucht deutschlandweit seinesgleichen und war der krönende Abschluss einer an Höhepunkten reichen Show.

Zu der zählten auch zwei Bühnen-Routiniers. Zum einen war da Dirk Scheffel: Mit bis 960 beats pro Minute bearbeitet er sein Xylophon und nicht nur aufgestellten Haare lassen vermuten, dass der bekennende Kaffee-Fan unter Dauerstrom steht. Absurd komische Witze und ein selbst kreierter, spezieller Dudelsack, bestehend aus Luftballon und Mundharmonika, machten die unbändige Musikshow dieses Bühnenphänomens perfekt.

Roter Faden der Show war Felix Gaudo. Der Mitbegründer des Think Theatre (zusammen mit seinem Freund Eckart von Hirschhausen) führte charmant, hoch unterhaltsam und auch verblüffend (als er plötzlich zunächst seiner kleinen Geige und danach einer einzelnen Seite virtuose Melodien entlockte) durch den Abend.

Als dieser dann mit dem Finale und einer ganz speziellen Version von „Gute Nacht Freunde“ nahezu besinnlich endete, war die Vorfreude auf die 14. Ausgabe von KuSch goes Varieté im Februar 2021 groß.
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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